Hilde Nöbl
In ihrer Jugend strebt Hilde Nöbl eine sportliche Laufbahn an und feiert als Speerwerferin Erfolge. Eine Wirbelsäulentuberkulose zwingt sie jedoch zum Abbruch. Während langer Phasen der Genesung, oft im Stahlkorsett und ans Bett gebunden, entdeckt sie ihre Leidenschaft für die Malerei, der sie sich nach ihrer Genesung zur Gänze widmet. Nach Lehrjahren bei Max Esterle und in der Malschule von Toni Kirchmayr studiert sie 1944/45 bei Sergius Pauser und Herbert Boeckl an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Ein Stipendium des Französischen Kulturinstituts ermöglicht 1952 einen Paris-Aufenthalt und wie ihre Zeitgenossin Gerhild Diesner nimmt auch Nöbl Anleihen bei den Fauvisten. Von ausdrucksstarker Farbigkeit und reduzierten Formen sind nicht nur Stillleben und Landschaften geprägt, sondern auch Menschendarstellungen, Porträts und religiöse Motive wie das Bildnis der Schutzmantelmadonna von 1959.