Heidrun Sandbichler
Heidrun Sandbichler arbeitet mit unterschiedlichen Medien wie Plastik, Skulptur, Installation, Zeichnung und Fotografie und beschäftigt sich auf poetische Weise mit kollektiven Wunden und historischen Narben, die sie in Beziehung zu gesellschaftlichen Verwerfungen der Gegenwart sowie Verletzungen des Einzelnen stellt. Häufig sind ihre Arbeiten in ein komplexes Geflecht aus philosophischen und literarischen Bezügen verwoben. Aus einer um 2009 begonnenen Auseinandersetzung mit Strukturen der Ausgrenzung entstand nicht nur eine räumliche Reflexion über Gefängnisbauten des 19. Jahrhunderts, sondern auch ein Grafik-Zyklus, zu dem das mit Tinte gezeichnete Profil eines Guantanamo-Häftlings gehört. Gesichtsmaske und Ohrenschützer dienen nicht seinem Schutz, sondern hindern ihn am Hören und Sehen.