Anton Christian
Eine eindringliche Bildsprache, die das Hässliche nicht ausspart, sondern als wesentlichen Teil menschlicher Erfahrung begreift, prägt das Werk von Anton Christian. In den frühen 1970er Jahren experimentiert er in London zunächst mit organischen Materialien – er bemalt Schweinsköpfe und dokumentiert den Zerfall von Tierkadavern in verschiedenen Flüssigkeiten –, bevor Malerei und Zeichnung zu seinen zentralen Medien werden. Christian versteht sich als Chronist des Lebens, der individuelle und kollektive Erfahrungen in seinen Werken vereint und die dunklen Seiten der Existenz, das Archaische sowie Themen wie Krieg und Vertreibung beleuchtet. Häufig greift er auf Symbole, Allegorien und literarische Bezüge zurück – zahlreiche Arbeiten sind von Schriftzeichen durchzogen, die wie flüchtige Gedankenspuren nur fragmentarisch lesbar bleiben.