Annelies Senfter
Lienz 1980 – lebt in Salzburg
Behutsame Annäherungen an historische Themen, verbunden mit tiefgehenden Recherchen, sind Teil der künstlerischen Praxis von Annelies Senfter. Die umfangreiche Serie „Asking the Trees“ (insgesamt 64 Arbeiten) ist vor dem Hintergrund ihrer Beschäftigung mit dem Thema Enteignung/Flucht/Exil in der NS-Zeit entstanden. Nach langen Recherchen begann Senfter 2017, in arisierten Gärten Blätter der dort wachsenden Bäume zu sammeln und ein Herbarium anzulegen. Auf den ersten Blick scheint es sich um ein historisches Herbarium zu handeln. Erst beim Lesen eröffnen sich in konzentrierter Form die Geschichten der enteigneten Besitzer.
Werke
Aus der Serie „Asking the trees“ Nr. 19 (Blutahorn), 2017Herbarium, Text, 47.5 × 33.5 cm
Herbarium, Blutahorn, loc. Gänsbacherstraße, Innsbruck Saggen
Karl Bauer, Mitbesitzer des Kaufhauses Bauer und Schwarz, Vorläufer des heutigen Kaufhaus Tyrol, wird in der Pogromnacht in seiner Wohnung überfallen und schwer verletzt. Er flieht in Folge mit seiner Frau Alice Bauer und den Kindern Alois und Gerda in die USA.
dat. 05.08.2017, N° 19, leg. A. Senfter
Karl Bauer, Mitbesitzer des Kaufhauses Bauer und Schwarz, Vorläufer des heutigen Kaufhaus Tyrol, wird in der Pogromnacht in seiner Wohnung überfallen und schwer verletzt. Er flieht in Folge mit seiner Frau Alice Bauer und den Kindern Alois und Gerda in die USA.
dat. 05.08.2017, N° 19, leg. A. Senfter
Aus der Serie „Asking the trees“ Nr. 20 (Echte Walnuss), 2017Herbarium, Text, 47.5 × 33.5 cm
Herbarium, Echte Walnuss, loc. Gänsbacherstraße, Innsbruck Saggen
Die Sparkasse der Stadt Innsbruck kauft die Villa 1939. Alice Bauer gelingt es, sie 1948 zurückzuerhalten und verkauft sie in Folge an die Evangelische Kirche. Heute ist das Haus ein Studierendenwohnheim des Diakonischen Vereins Tirol.
dat. 05.08.2017, N° 20, leg. A. Senfter
Die Sparkasse der Stadt Innsbruck kauft die Villa 1939. Alice Bauer gelingt es, sie 1948 zurückzuerhalten und verkauft sie in Folge an die Evangelische Kirche. Heute ist das Haus ein Studierendenwohnheim des Diakonischen Vereins Tirol.
dat. 05.08.2017, N° 20, leg. A. Senfter
446247 Aus der Serie „Asking the Trees“, Nr. 25, 2017Herbarium, 47.5 × 33.5 cm
Herbarium, Aesculus hippocastanum, Gemeine Rosskastanie,
Reitlingerhaus, Jenbach
Der Betriebsleiter der Jenbacher Berg- und Hüttenwerke Ing. Friedrich Reitlinger war eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Tiroler Wirtschaftslebens. Er bekleidet als Multifunktionär zahlreiche öffentliche Ämter. Das Haus wird 1923/24 von Architekt Clemens Holzmeister umgebaut.
dat. 14.09.2017, N° 25, leg. A. Senfter
Reitlingerhaus, Jenbach
Der Betriebsleiter der Jenbacher Berg- und Hüttenwerke Ing. Friedrich Reitlinger war eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Tiroler Wirtschaftslebens. Er bekleidet als Multifunktionär zahlreiche öffentliche Ämter. Das Haus wird 1923/24 von Architekt Clemens Holzmeister umgebaut.
dat. 14.09.2017, N° 25, leg. A. Senfter
Aus der Serie „Asking the Trees“, Nr. 26, 2017Herbarium, Unikat, 47.5 × 33.5 cm
Herbarium, Aesculus hippocastanum, Gemeine Rosskastanie, Reitlingerhaus, Jenbach
Im März 1938 wird Ing. Reitlinger mit seiner Tochter Johanna unter Hausarrest gestellt. Am 15. März 1938 erschießt Johanna ihren Vater auf dessen Verlangen und tötet sich anschließend selbst. Heute ist das Haus in Besitz der Gemeinde Jenbach, in dem das Jenbacher Museum eingerichtet ist.
dat. 14.09.2017, N° 26, leg. A. Senfter
Im März 1938 wird Ing. Reitlinger mit seiner Tochter Johanna unter Hausarrest gestellt. Am 15. März 1938 erschießt Johanna ihren Vater auf dessen Verlangen und tötet sich anschließend selbst. Heute ist das Haus in Besitz der Gemeinde Jenbach, in dem das Jenbacher Museum eingerichtet ist.
dat. 14.09.2017, N° 26, leg. A. Senfter