Unter dem Titel STILL widmet sich die Sommerausstellung dem Stillleben in der zeitgenössischen Kunst. Gezeigt werden 19 Positionen mit internationaler Beteiligung. Neben klassischen Interpretationen dieser Bildgattung rückt die Schau vor allem neue Perspektiven auf den Umgang mit der Welt der Dinge in den Mittelpunkt.
Ausgehend von der Malerei des Spätmittelalters, wo Gegenstände als symbolisches Beiwerk dienten, entwickelte sich das Stillleben sehr spät als eigene Bildgattung und erreichte im 17. Jahrhundert einen ersten Höhepunkt. Die Bilder von sorgfältig arrangierten, prächtigen Blumensträußen und Tischgedecken, exotischen Früchten oder erlegtem Jagdwild zeigten einerseits die Freude an der sinnlichen Welt der Dinge. Andererseits spiegelten sie das Erlösungsbedürfnis und die Vergänglichkeit des irdischen Lebens wider.
Die Beschränkung der Darstellung auf den Gegenstand eröffnete große Freiräume für künstlerische Innovationen. Nicht zuletzt deshalb wurde das Stillleben zu Beginn des 20. Jahrhunderts neu entdeckt und spielte in allen Strömungen der klassischen Moderne eine wichtige Rolle. Anhand der Objektwelt wurden kompositorische Möglichkeiten, Untersuchungen zur Form- und Farbdynamik, aber auch symbolische Verrätselungen exerziert. Auch in der zeitgenössischen Kunst ist die Inszenierung der Dinge nach wie vor präsent und wird neu interpretiert. Die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Bild und Wirklichkeit, die letztlich in jedem Stillleben verankert ist, spielt dabei eine wesentliche Rolle.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem einführenden Beitrag von Lukas Madersbacher und Kurztexten zu den Künstler:innen von Silvia Höller und Peter Weiermair.