„Durch die neuen Medien sind wir gezwungen – oder haben die Freiheit –, unabhängig von geografischen Standorten und Ortszeiten zu kommunizieren. (…) Wie verhält sich der Körper dabei, wo liegen Konzentration und Verspannungen, welche Körperteile werden vergessen? Welche Konsequenzen hat die weltweite Vernetzung? Diesen Fragen gehe ich mit meiner Kunst nach und nutze sie wie Probebohrungen“, so Rosmarie Lukasser.
Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt aktueller Arbeiten, Zeichnungen und eine eigens entwickelte hinterleuchtete Spiegelarbeit mit dem Titel Weltweites Netz, in die Lukasser rückseitig wie eine Zeichnung weltweite Datenströme einritzt. Tagsüber spiegelt sich darin der Betrachter als Teil der Kommunikationsgesellschaft, abends treten die Ballungszentren der Netznutzung leuchtend hervor – eine Art Kartografie wirtschaftlicher Machtverhältnisse.
Die Fotografien Belichtungszeit = Netzzeit dokumentieren den Aufenthalt von Personen im Netz: Mit einer Lochkamera belichtet Lukasser das Negativ so lange, wie sich die Person online befindet, während die Zeichnungen ihr dazu dienen, Informationen zu bündeln.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Beiträgen von Peter Weiermair, Beate Lex und Katia Humer sowie einem Interview mit Rosmarie Lukasser.