Aus dem umfangreichen Bestand der Sammlung von Agnes und Karlheinz Essl, die in Klosterneuburg mit dem Essl Museum eines der bedeutendsten privaten Häuser für zeitgenössische Kunst aufgebaut haben, zeigt die RLB Kunstbrücke eine Auswahl von 27 Ölgemälden von Maria Lassnig aus unterschiedlichen Schaffensphasen.
Maria Lassnig, 1919 in Kappel am Krappfeld (Kärnten) geboren, studierte von 1941 bis 1944 an der Akademie der bildenden Künste in Wien. In den frühen Nachkriegsjahren setzte sie sich zunächst mit dem Surrealismus auseinander, bevor sie sich nach einem Paris-Aufenthalt Anfang der 1950er Jahre zeitweise der informellen Malerei zuwandte. Schließlich wurde für sie die figurative Malerei zum zentralen Medium, um subjektive psychische und physische Erfahrungen zu formulieren.
Das Selbstbildnis entwickelte sich dabei zu ihrem Leitmotiv, die intensive, körperorientierte Bewusstseinsarbeit zur Triebkraft ihres künstlerischen Vorgehens. Ab den späten 1970er Jahren erweiterte sich ihr thematisches Spektrum: Mythologische Motive, Zeitthemen und existenzielle Fragen des Daseins traten zunehmend neben die Körperbilder.
Nach Stationen in Paris (ab 1961) lebte Lassnig von 1968 bis 1980 in New York. 1980 folgte sie einem Ruf an die Hochschule für angewandte Kunst in Wien und wurde dort – als eine der ersten Frauen im deutschsprachigen Raum – Professorin für Malerei, eine Position, die sie bis 1997 innehatte.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Beitrag von Silvia Höller und Textauszügen aus dem publizierten Tagebuch von Maria Lassnig.