Der gebürtige Vinschgauer, der seine Laufbahn als Malerlehrling und später als Freskant begann, erlangte mit seiner eigenwilligen, unverkennbaren Bildsprache bereits zu Lebzeiten über Südtirol hinaus internationale Anerkennung. Sein vielschichtiges Werk reicht von Tafelmalerei, Zeichnung und Radierung bis zu zahlreichen Wandmalereien in Südtirol, Österreich und Brasilien und ist von einer bemerkenswerten formalen wie inhaltlichen Geschlossenheit geprägt.
Ausgehend von kubistischen Tendenzen entwickelte Plattner schrittweise jene Handschrift, die sein Schaffen über drei Jahrzehnte bestimmte: große chromatische Farbfelder, klare Flächenbegrenzungen und eine kalkulierte Spannung zwischen Figur und Bildraum, gewonnen aus dem Gegenüber von Plastizität und Fläche. Seine Bildwelten zeigen Landschaften, Akte und selten Stillleben, im Kern aber kreisen sie um den Menschen und den Kreislauf des Lebens. Hinter der scheinbar kühlen Ästhetik öffnen sich – frei von Sentimentalität – die Abgründe menschlicher Existenz: Isolation, Kommunikationslosigkeit, Leere und Tod. Aus distanzierter Perspektive führen uns ausgezehrte Gesichter, in sich erstarrte Körper und gespenstisch entleerte Landschaften die Brüchigkeit des Daseins vor Augen – Erfahrungen, die Plattner aus eigener Kenntnis von Depressionen und Isolation in seine Kunst einfließen ließ.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Beitrag von Silvia Höller.