Irene Hopfgartner

Vierviertelmond

17.06. – 30.08.2019RLB Atelier, Lienz

Wie natürlich ist unsere Natur? Wo liegen die Grenzen zwischen urwüchsiger und geformter Natur? Wie viel Künstlichkeit verträgt die Natur? Fragen wie diesen spürt Irene Hopfgartner mit ihren Fotografien, Objekten und Installationen nach und ergründet dabei unsere Auffassung von Natur.

Die Spuren des Menschen in der Natur sind heute allgegenwärtig. Gentechnik, Ressourcenausbeutung, Umweltverschmutzung, Artensterben und Klimawandel sind nur einige Aspekte in diesem Zusammenhang. Mit Eingriffen des Menschen in die Natur oder in natürliche Prozesse setzt sich Irene Hopfgartner feinsinnig wie augenzwinkernd auseinander.

Inspiriert von naturhistorischen Sammlungen ordnet, archiviert, konserviert und manipuliert die 1986 in Bruneck geborene und heute in Wien lebende Künstlerin botanische und zoologische Artefakte. Schön säuberlich arrangiert sie in ihren Fotoarbeiten Flechten, Blüten, Blätter, Insekten, Kleintiere oder Teile davon in einem ästhetisch sterilen Setting.

Seit der Geburt des ersten geklonten Tieres, Schaf Dolly, sind 23 Jahre vergangen. Die Gentechnik hat sich seither rasant weiterentwickelt. In Anspielung darauf mischt Hopfgartner in ihren Fotografien Natürliches mit Künstlichem und bindet dabei öfters auch laborhaft anmutende Elemente mit ein. Auch das Motiv der Verdoppelung, das sie in vielen ihrer Objekte aus Tierpräparaten aufgreift, ist als Verweis auf Klonungsverfahren zu verstehen.

Für die Ausstellung im RLB Atelier hat die Künstlerin eine Reihe neuer Fotoarbeiten wie auch die titelgebende Installation „Vierviertelmond“ (2019) realisiert. Dort sitzt ein kleiner Vogel, ein Krummschnabel, auf einem Baumstamm, der auf einem Kunstrasen steht. Der Vogel blickt steil nach oben und hält im Schnabel die Schnur eines großen roten Luftballons. Der Krummschnabel ist dabei eine erstarrte Repräsentation seiner selbst, während der im Luftzug leicht wankende Ballon zum scheinbar lebendigen Gegenpol mutiert.

„Wir bestaunen die wilde Natur und scheinbar ursprüngliche Landschaften und merken nicht, dass es sich dabei nicht mehr um unberührte Natur handelt, sondern um gezähmte, vom Menschen drapierte Natur. […] Moderne Technik macht sich die Strukturen der Natur zunutze und Bioprinter werden künftig Organe für den medizinischen Gebrauch „drucken“. Da stellt sich die Frage: Was ist noch wilde, ursprüngliche Natur?“, so Hopfgartner im begleitenden Ausstellungskatalog.

Zur Ausstellung erscheint ein  Katalog mit einem Beitrag von Jürgen Tabor und einem Interview mit Irene Hopfgartner.

Ausstellungsansicht
Tanzhahn, 2014
Präparierte Birkhähne, gefärbtes Wasser, Stein, Wanne, 65x102x83 cm
Schotenmühle mit doppeltem Ausgang mit zu vernachlässigender Schwankungsbreite, 2019
C-Print, 60x50 cm
Vierviertelmond, 2019
Präparierter Vogel, Stamm, Kunstrasen, Luftballon
Zeiten & Anfahrt
öffnet ab
05.05.2026
Öffnungszeiten

05.05. – 04.07.2026
Dorit Margreiter Choy.

Montag – Freitag
14:00 – 18:00 Uhr
Samstag
10:00 – 13:00 Uhr
Sonn- & Feiertag
geschlossen

Vormittags für Schulklassen
nach Vereinbarung.

Haupteingang

Adamgasse im RAIQA
Raiffeisenplatz 1
6020 Innsbruck
Wegbeschreibung

Kostenfrei

Der Eintritt sowie alle
Veranstaltungen sind kostenlos.

Anfahrt Kunstbrücke
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