Hilde Goldschmidt

Zwischen Kokoschka, Exil und Kitzbühel

18.03. – 20.05.2005RLB Kunstbrücke, Innsbruck

Mit 63 Arbeiten bietet die Ausstellung einen repräsentativen Einblick in das künstlerische Schaffen von Hilde Goldschmidt (1897–1980). Ihre Werke fügen sich zu einer inhaltlich geschlossenen Bildfolge, die wie eine dokumentarische Aufzeichnung eines bewegten Lebens erscheint.

Hilde Goldschmidt wird 1897 als Tochter einer wohlhabenden jüdischen Familie in Leipzig geboren. Sie studiert zunächst an der Akademie in Leipzig und wechselt später nach Dresden, wo sie Meisterschülerin von Oskar Kokoschka wird. 1933 kommt sie als begeisterte Skifahrerin nach Kitzbühel; ein Skiunfall mit anschließendem monatelangen Krankenhausaufenthalt und der sich verschärfende Druck des nationalsozialistischen Regimes auf jüdische Familien führen dazu, dass sie in Kitzbühel bleibt. 1939 wird auch sie gezwungen, das Land zu verlassen; sie emigriert nach England, lebt zunächst in London und später im Lake District, bevor sie 1950 nach Kitzbühel zurückkehrt, wo sie mit kurzen Unterbrechungen die letzten drei Jahrzehnte ihres Lebens verbringt.

Ihre Studienzeit an der Dresdner Akademie beginnt hoffnungsvoll, doch bevor sie größere künstlerische Anerkennung erlangen kann, fordert die Geschichte einen hohen Tribut. Dennoch bleibt die Kunst – das Bestreben, das „Geheimnis“ der Malerei zu ergründen – ihre konstante Antriebskraft. Zentrale Bedeutung hat dabei die Begegnung mit Oskar Kokoschka, dessen pädagogisches Ideal auf die Sensibilisierung für das Erlebnis der Wahrnehmung zielte. Der Einfluss seiner expressiven Bildsprache und die Nähe zum deutschen Expressionismus prägen über lange Zeit Goldschmidts Werk. In ihrem Spätwerk verdichtet sich ihre Formensprache zu einer weitergehenden Abstraktion, ohne den Gegenstand ganz aufzugeben: Es entstehen Gefüge aus geometrischen Formen, divisionistischen Linienstrukturen und intensiven Farben, die sich zu gegenständlich anmutenden Ordnungen fügen.

Zur Ausstellung erscheint eine Monografie im Tyrolia-Verlag mit Textbeiträgen von Gert Ammann, Silvia Höller und Rolf Jessewitsch (112 Seiten).

Selbstportrait, 1931
Öl auf Hartfaser, 63x49 cm
Mutter im Pelzmantel, 1947
Öl auf Leinwand, 65.7x54.2 cm
Kleiner Kanal in Venedig, 1960
Öl auf Leinwand, 64.7x55.4 cm
Privatbesitz, Vaduz
Akt, 1963
Öl auf Leinwand, 90x61 cm
Zeiten & Anfahrt
öffnet ab
13.10.2026
Öffnungszeiten

13.10.2026 – 09.01.2027
Christa Sommerer & Laurent Mignonneau

Montag – Freitag
14:00 – 18:00 Uhr
Samstag
10:00 – 13:00 Uhr
Sonn- & Feiertag
geschlossen

Vormittags für Schulklassen
nach Vereinbarung.

Haupteingang

Adamgasse im RAIQA
Raiffeisenplatz 1
6020 Innsbruck
Wegbeschreibung

Kostenfrei

Der Eintritt sowie alle
Veranstaltungen sind kostenlos.

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