Gabriela Oberkofler ist in Jenesien, einem Dorf oberhalb von Bozen, aufgewachsen; ihre Herkunft prägt ihr künstlerisches Schaffen maßgeblich. Erzählungen und Ereignisse aus dem Dorf spielen dabei eine zentrale Rolle, etwa in den Porträts Bauer mit seiner Frau vom Kreuzwegerhof in Jenesien (2011), die auf den Identitätstausch ihres Großonkels mit seinem Bruder verweisen, oder im historischen Foto Jenesien 1939 mit der Zeichnung Trauerkränze, das an die Option in Südtirol erinnert.
Typisch für Oberkofler ist das Herauslösen von Motiven aus ihrem ursprünglichen Kontext, um den Blick zu fokussieren und assoziative Denkräume zu öffnen. So sind auch die subtilen Zeichnungen der Serie Monokulturen zu verstehen, die während eines Stipendienaufenthalts in Frankreich entstanden und dicht gebündelte Pflanzenansammlungen wie Weizen, Hyazinthen oder Sonnenblumen als isolierte, miniaturhafte Naturausschnitte zeigen – Verweise auf landwirtschaftliche Monokulturen und ökonomische Effizienz.
In ihren Zeichnungen verdichten sich filigrane Linien und Punkte und treten mit großen weißen Flächen in Dialog, wie etwa in den Motiven der gepressten Heuballen oder des Schafes mit eingebranntem Zaun. Tiere sind ein wiederkehrendes Motiv und stehen – „als Sinnbild für die Beziehung zwischen Mensch und Tier“, so die Künstlerin – stets in enger Verbindung zum Menschen.
Zur Ausstellung erscheint mit einem Beitrag von Melanie Ardjah und einem Interview mit Gabriela Oberkofler.