Seit 1985 arbeitet die 1960 in Hall in Tirol geborene Künstlerin mit der Unschärfe des Blicks als experimenteller Untersuchung menschlicher Wahrnehmung. Mit Materialien wie Glas und Spiegel, die sie programmatisch im Raum einsetzt, realisiert Eva Schlegel zahlreiche Installationen und Kunst-am-Bau-Projekte.
Wie Traumbilder wirken ihre fotografisch inszenierten Porträtserien von Frauen, die wie eine Meditation über das Verhältnis von körperlicher Präsenz und Absenz erscheinen und zugleich die durch Medien geprägten Bilder des weiblichen Körpers reflektieren.
Traumhaft entrückt sind auch ihre Wolkenbilder, die in der Ausstellung einen besonderen Schwerpunkt bilden. Dabei geht es der Künstlerin nicht nur um die lange kunsthistorische Tradition der Wolkendarstellungen, sondern auch um die Überführung fotografischer Motive in eine malerische Qualität. Waren frühere Arbeiten auf Kreidegrund mit zahlreichen Lackschichten ausgeführt, entstehen neuere Werke als Siebdrucke auf Blei – die Flüchtigkeit der Wolken wird so auf ein schweres, assoziativ aufgeladenes Metall gebannt.
Die Vielfalt der Wolkenformationen beflügelt seit jeher unsere Fantasie; besonders die Lenticulariswolken haben zu zahlreichen Spekulationen geführt. Diese linsenförmigen, auch als „Ufowolken“ bezeichneten Gebilde stehen in jüngerer Zeit verstärkt im Fokus von Eva Schlegel, wie zahlreiche Arbeiten der Ausstellung zeigen. Der Schwerelosigkeit und den bizarren Formen dieser Wolken setzt sie das Alltägliche und Irdische in Form von Landschaften und Architekturen entgegen.
Zur Ausstellung erscheint eine umfassende Publikation im Schlebrügge Verlag mit Beiträgen von Dieter Buchhart, Clémentine Deliss, Abraham Orden, Martin Prinzhorn und Elisabeth Schlebrügge (176 Seiten).