Blick, Wort, Geste

Sammlung Kunstmuseum Liechtenstein

20.03. – 18.05.2012RLB Kunstbrücke, Innsbruck

Das Vokabular der Mimik und Gestik ist vielseitig, auch wenn unsere Mitteilung in erster Linie über die Sprache funktioniert. Mit einer Auswahl von 37 Arbeiten von 32 KünstlerInnen aus der Sammlung des Kunstmuseums Liechtenstein nähert sich die Ausstellung auf einer assoziativen Ebene den grundlegenden Mitteilungsformen: dem Blick, dem Wort, der Geste.

Eine Besonderheit des Kunstmuseum Liechtenstein liegt in seiner konsequent inhaltlich ausgerichteten Sammlungspolitik, die bewusst auf formale Auswahlkriterien verzichtet. Gesammelt wird entlang zweier thematischer Linien: rationale Ansätze in der Kunst seit 1900 sowie anthropologische Verfahren. Im Mittelpunkt steht die europäische und amerikanische Kunst seit den 1960er Jahren. Den bedeutendsten Sammlungsschwerpunkt bildet die italienische Arte Povera – das Museum besitzt heute die weltweit umfangreichste Sammlung dieser Künstlergruppe, wie Direktor Friedemann Malsch betont.

Blick
Valérie Belin, Lovis Corinth, Alberto Giacometti, Dan Graham, Matts Leiderstam, Franz von Lenbach, Julian Opie, Meret Oppenheim, Giulio Paolini, Michelangelo Pistoletto, Man Ray

In der Kunst kommt dem Blick im Besonderen in der Porträtdarstellung eine wesentliche Rolle zu. Seit der Antike gelten die Augen als Spiegel und Fenster der Seele. In bestimmten Perioden der Kunst ist die Betonung der Augen besonders dominant wie u. a. in den Bildnissen der frühen Hochkultur Ägyptens, der griechischen Plastik oder der romanischen Wandmalerei. Die weit geöffneten großen Augen stehen für Vitalität. Ihnen kommt eine magische, seherische Kraft zu, die vielfach mit dem Göttlichen einhergeht.

Wort
Roberto Altmann, Arman, Akeji, Alighiero Boetti, Henri Chopin, Jochen Gerz, Isidore Isou, William Kentridge, Ferdinand Kriwet, Carl Spitzweg, André Thomkins

Von einem wechselreichen Verhältnis und einer nahezu unendlichen Geschichte ist die Verbindung von Wort und Bild geprägt. Besonders im 20. Jahrhundert findet sich eine durchdringende Wechselwirkung von Verbalem und Visuellem. Für den Kubismus, Futurismus und Dadaismus werden Buchstaben, Wortfragmente bis hin zu Textcollagen wichtige visuelle Bestandteile mit eigenständigen Qualitäten. Die Sprache wird zum Material in der Kunstproduktion, wie die visuelle Poesie oder der französische Lettrismus in den 1950er und 1960er Jahren zeigen.

Geste
Joseph Beuys, Georg Herold, Gerhard Hoehme, Rebecca Horn, Le Corbusier, Edvard Munch, A.R. Penck, Antoni Tàpies, Otto Zitko

Im Allgemeinverständnis steht die Geste für die Kommunikation mit den Händen, während die Gebärde Körperbewegungen meint. Gebärden begleiten die verbale Verständigung meist unbewusst. Im Gegensatz dazu stehen die bewusst geformten Handzeichen, die sinnbildlich zu verstehen sind und immer im Kontext des Kulturkreises, des historischen und ideologischen Hintergrundes gesehen werden müssen. Ihre Entschlüsselung stellt eine wichtige Voraussetzung beim Lesen eines Kunstwerkes dar.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Textbeiträgen von Silvia Höller, Friedemann Malsch und Hermann Strasser.

Valérie Belin
Untitled, 2001
Schwarz-Weiß-Fotografie, 161x125 cm
Kunstmuseum Liechtenstein, Privatsammlung
Meret Oppenheim
Gespenst mit Leintuch, 1962
Holz, Gewebe mit Polyester getränkt, Ölfarbe,
129.8x28x19.2 cm
Sammlung Kunstmuseum Liechtenstein
Carl Spitzweg
Der Bücherwurm, o.J.
Öl auf Leinwand, 49.5x27.7 cm
Kunstmuseum Liechtenstein, Sammlung Merz
Alighiero Boetti
Normale e anormale, 1987
Baumwollstickerei auf Leinwand, 18.5x18.3 cm
Sammlung Kunstmuseum Liechtenstein
Joseph Beuys
Schwurhand, 1980
Aquatinta und Lithografie auf Papier, aus der Suite "Schwurhand", 31.5x24.5 cm, Edition 62/75 + XXV + 22 A.P.
Sammlung Kunstmuseum Liechtenstein
Rebecca Horn
Elsa, 1995
Ballettschuhe, Messingkasten, Motor, Glastrichter, Eisenstäbe, Rosenpuder, Trafo, 164x14.5x24 cm; Sammlung Kunstmuseum Liechtenstein, erworben mit Mitteln der Lampadia Stiftung, Vaduz
Zeiten & Anfahrt
öffnet ab
05.05.2026
Öffnungszeiten

05.05. – 04.07.2026
Dorit Margreiter Choy.

Montag – Freitag
14:00 – 18:00 Uhr
Samstag
10:00 – 13:00 Uhr
Sonn- & Feiertag
geschlossen

Vormittags für Schulklassen
nach Vereinbarung.

Haupteingang

Adamgasse im RAIQA
Raiffeisenplatz 1
6020 Innsbruck
Wegbeschreibung

Kostenfrei

Der Eintritt sowie alle
Veranstaltungen sind kostenlos.

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