Mit sieben österreichischen Positionen widmet sich die RLB Kunstbrücke der reduzierten Formensprache in der zeitgenössischen Kunst. Im Zentrum stehen Fragen nach der Konstruktion des abstrakten Bildes sowie unterschiedliche Konzepte monochromer Malerei. Allen Künstler:innen ist das Streben nach einer intensiveren Wahrnehmung durch Konzentration auf das Wesentliche gemeinsam – Reduktion als künstlerische Essenz.
Die Ausstellung zeigt Arbeiten in unterschiedlichsten Medien und Materialien und vermittelt so einen Eindruck von der Aktualität und gleichzeitigen Zeitlosigkeit eines Ansatzes, der seit Beginn des 20. Jahrhunderts prägend für die Kunst ist.
Für Hellmut Bruch steht seit über drei Jahrzehnten das Verhältnis von Licht und Proportion im Mittelpunkt. Grundlage seiner in fluoreszierendem Acrylglas ausgeführten Linien- und Kurvenprogressionen ist das bekannte Zahlensystem der Fibonacci-Folge. Bei Inge Dick bildet die Sichtbarmachung von Licht und Zeit durch fotografische Mittel den Kern ihres Schaffens. In Serien monochromer Farbflächen, aufgenommen in festgelegten Zeitintervallen, hält sie die Veränderung des Lichts im Verlauf eines Tages fest.
Der Bildhauer Alfred Haberpointner arbeitet fast ausschließlich mit Holz. Seine gehackten Objekte entstehen aus großen Fichtenholzplatten, deren Oberflächen er mit der Axt bearbeitet und anschließend beizt – eine präzise Balance aus physischer Energie und formaler Reduktion.
Der Malerei zuzuordnen sind Jakob Gasteiger, Herbert Hinteregger, Gerhard Müllner und Martina Steckholzer. Während sich Gasteiger und Müllner seit Jahren mit den Möglichkeiten der monochromen Malerei auseinandersetzen, führen Hinteregger und Steckholzer die Tradition geometrischer Abstraktion in jeweils eigenständiger Weise fort.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Beitrag von Vitus Weh und Texten zu den Künstler:innen von Martin Hochleitner und Silvia Höller.