Bernd Oppl setzt sich intensiv mit Architektur und Film auseinander. Er untersucht, wie Räume Emotionen und Assoziationen auslösen. Neben Videoskulpturen und Fotografien schafft er technisch aufwendige Raummodelle, die optische Täuschungen erzeugen und auf frühe Kinotechniken verweisen.
„Ich interessiere mich für Wahrnehmungsverschiebungen und irritierende Seherfahrungen durch Film oder Fotografie. Diese Medien haben unsere Realitätswahrnehmung verändert: Innere Empfindungen mischen sich mit dem Äußeren. Den Raum als einzig Reales mache ich instabil, um gewohnte Raumerfahrungen zu verunsichern“, erklärt Oppl.
Die Arbeit Korridor zitiert den Horrorfilm The Shining (1980) von Stanley Kubrick mit unendlichen Gängen als Symbol des Unheimlichen. Ähnlich wirkt die Videoskulptur Passage: Durch Größenspiele entsteht ein beklemmend endloser Gang.
Das Objekt Praxinoskop greift Émile Reynauds Verfahren von 1877 auf – eine drehende Trommel mit Abbildungen, die Bewegungsillusion erzeugt – und verbindet es mit Hans Richters Rhythmusfilmen. Ergänzt werden die Modelle durch die Fotoserie Shrinking City (eine schmelzende Wachs-Stadtskyline) und analoge Architekturcollagen als subjektive Porträts.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Beitrag von Jürgen Tabor und einem Interview mit Bernd Oppl.