20 Jahre – das bedeutet 60 Ausstellungen, darunter 29 Einzelausstellungen und 31 Gruppenpräsentationen, mit insgesamt 362 Künstler:innen und über 2.000 gezeigten Werken. Eröffnet wurde die RLB Kunstbrücke im Herbst 1998 mit einer Schau aus der eigenen Kunstsammlung, die sich auf Tiroler Künstler:innen von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart konzentriert.
Zum Jubiläum haben wir 20 Künstler:innen aus Tirol, die in den vergangenen Jahren bei uns ausgestellt haben, eingeladen, sich mit dem Begriff Brücke auseinanderzusetzen.
Erdacht als funktionale Bauwerke, sind Brücken weit mehr als Monumente der Ingenieurskunst. Wir können Brücken bauen oder abbrechen. Als Metapher und Symbol eröffnen sie viele Assoziationen: von Verbindung, Begegnung und Dialog über digitale Vernetzung bis hin zu Trennung und Aufbruch zu neuen Ufern.
Die teilnehmenden Künstler:innen haben für die Jubiläumsausstellung großteils eigens neue Arbeiten geschaffen, deren Bandbreite von Malerei über Grafik und Fotografie bis hin zu Video reicht. Ihre inhaltlichen Zugänge zum Thema Brücke sind ebenso vielfältig wie überraschend: Neben realen Bauwerken über fiktive Konstruktionen und dem Spiel mit architektonischen oder geometrischen Elementen werden Literatur und Musik ebenso als Inspirationsquellen und Brückenbauerinnen aufgegriffen wie Künstliche Intelligenz, die zwischenmenschliche oder digitale Kommunikation.
Jede Brücke impliziert aber auch die Trennung, das Wechselspiel von Aufbauen und Zerstören, daher rührt ihre Doppelrolle. Insofern werden auch gesellschaftliche Ausschlussmechanismen oder die Zerstörung von kriegsrelevanten Verbindungsbrücken im Zweiten Weltkrieg thematisch angerissen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Essay von Konrad Paul Liessmann.